Ein Mitglied der Fluggesellschaft Corvus corone bruchlandete
in Hamburg unschuldig
in diesem Baum.
Sie wurde von einer im Baum hängenden Drachenschnur hinterhältig abgefangen.
Sie
ging daran elendig zugrunde und baumelt nun vermutlich wochenlang in diesem Baum.
Die gelben Pfeile
zeigen auf die
kaum sichtbare
Drachenschnur.
An mehreren Stellen im Baum sieht man die Drachenschnur. Sie ist braun gefärbt und hauchdünn, so daß sie in den herbstlichen Farben des Blattwerkes nicht erkennbar ist. Eine heimtückische Falle also!
Was hat diese Krähe verbrochen,
daß sie an einer Drachenschnur hängend
elendig zugrunde gehen mußte? (18. Oktober 2008 in Hamburg)
Mitte Juni 2009
hatte ein Sturm die Angelsehne durchgescheuert und die von Wind und Wetter
gegerbten Reste auf den Boden zurück geholt.
Freitag, der 13.02.2009, Klabautermannstag
es schneite schon seit einigen Stunden. Die Krähe hängt noch immer Baum und findet keine Ruhe. Der Schnee deckt sie nur vorübergehend zu.
Seit einer Woche liegt dieser Kopf einer Krähe im Steenmoor auf einer Baumleiche. Nach zwei Tauben und einer Möwe ist nun eine Krähe hier innerhalb weniger Tage gerupft und gefressen worden. Krähen sind sehr intelligent und besonders aufmerksam. War sie krank? Hat sie ein Marder im Schlaf überrascht? Wie ein Greif sich ein Eichhörnchen aus dem Steenmoor holte und damit wegflog, habe ich per Zufall vor einigen Monaten beobachtet. Aber meistens greifen Krähen die Greifvögel mit Scheinangriffen an.
Der Winter 2009/2010 brachte es an's Licht. Eine im Baum hängengebliebene alte Drachenschnur wird sichtbar, weil sie mit Rauhreif und festgefrorenem nassen Schnee bedeckt soweit durchhing, daß ich sie zu fassen bekam und entsorgen konnte. An dieser Drachenschnur kommt kein Vogel mehr zu Tode. Schlafplatz der Krähen auf einem Hochspannungsmast als Video bei YouTube.
Blacky, die Rabenkrähe vom Steenmoor
Im Winter 2007/2008 fütterte ich hin und wieder zwei Rabenkrähen im kleinen Park an der Rahlau. Toby mußte ich nach und nach erst daran gewöhnen, daß er die Krähen nicht jagen darf. Nach einigen Tagen machte er entweder einen großen Bogen um sie herum oder er hielt sich gleich zurück. Die Krähen saßen meistens auf den gleichen Bäumen und immer auf dem selben Ast, nicht an jedem Tag, aber doch des öfteren. Nach dem Ruf "Blacky, Frühstück!" und einem kurzen Handzeichen warf ich ihnen Brotkrumen auf den Weg. Wenn wir uns 20 bis 30 Meter entfernt hatten, gab es zunächst einen Sichtungsflug über das Futter, dann eine kurze Kehrwendung und dann die Landung. Die beiden Krähen gewöhnten schnell sich daran. Immer, wenn der Mann mit dem weißen Hund kam und winkte, gab es Futter.Waren sie satt, dann bunkerten sie das Futter. In einem Fall haben sie das versteckte Futter anschließend sogar mit Laub abgedeckt (rechtes Bild).
Eines morgens saßen sie nicht auf den gewohnten Plätzen. Aber ungefähr in 100 Meter Entfernung saßen hoch oben auf einer großen Birke zwei Rabenkrähen. Ich winkte zu ihnen rüber. Eine Krähe bemerkte es und zuckte sichtbar zusammen. Sofort kamen beide zu uns herüber geflogen. Das Füttern zeigte Wirkung. Sie hatten uns erkannt.
Im Frühjahr bauten sie im nahegelegenen Steenmoor auf einem starken Baum hoch oben ein Nest
Einmal sah ich eine Kohlmeise auf dem Nestrand sitzen. Im Steenmoor gibt es räuberische Kohlmeisen, die schon mehrere Gelege von Amseln durch Anpicken der Eier zerstört haben.
Ob das auch im Krähennest geschah, konnte ich nicht feststellen.
Im Steenmoor gibt es auch viele Eichhörnchen. Wenn die in die Nähe des Nestes kamen, gab es immer ein großes Geschrei. Beide Krähen griffen umgehend an und verjagten das Eichhörnchen. Einige Wochen später war es still um das Nest geworden. Weder waren die Krähen zu sehen, noch war etwas von den Jungen zu bemerken. Nie habe ich gesehen, daß gefüttert worden ist.
So ging ich davon aus, daß die Kohlmeisen wieder eine Brut durch das Anpicken der Eier vernichtet hatten.
Zum Glück hat sich diese Vermutung nicht bestätigt. Sonst hätte ja die junge Krähe auch nicht aus dem Nest fallen können.
Foto vom 03. Mai 2008
Am 31. Mai 2008 ging ich gegen 23 Uhr mit Toby Gassi im Steenmoor
Dort lasse ich Toby meistens frei laufen. Plötzlich verbellte er einen Igel. Ich kannte dieses Bellen, weil es schon öfter vorgekommen ist. Vorsichtig tastete ich nach dem Igel, denn ich wollte ja nicht in die Stacheln greifen. Aber die Stacheln waren flauschig und angenehm weich. Es war ein Vogel. Und der lag genau unter dem Baum mit dem Krähennest. Ich nahm ihn mit nach Hause. Es war eine aus dem Nest gefallene junge Krähe. Sie war arg verletzt. Ein Bein schien gebrochen zu sein und das andere Bein war wohl verstaucht. Stehen konnte sie nicht, sondern nur auf dem Bauch oder seitlich liegen. Auch fressen mochte sie nicht. Außerdem hatte sie Angst, denn sie kannte uns ja nicht.
Am nächsten Tag suchten wir einen Tierarzt auf. Der schaute uns nur mitleidig an und wollte die Krähe umgehend aus dem Leben befördern. Das wollten wir nicht und nahmen sie wieder mit. Auf dem Sofa wurde nun in einer mit Handtüchern ausgelegten Stiege notdürftig ein Lager für den verletzten Vogel hergerichtet. Edel kümmerte sich rührend um das kleine Wesen. Sie kaufte Herz und Leber, schnipzelte alles winzig klein und versuchte es mithilfe einer Pinzette dem kranken Vogel in den Schnabel zu schieben, den der aber nur widerwillig unter Anwendung sanfter Gewalt öffnete. Ab und zu mußte mit einem Watte-Tip ein Tropfen Wasser nachgereicht werden. Das war über mehrere Wochen ein ziemllich mühsames Geschäft.
Wenn Blacky den Versuch machte aufzustehen, kratzte er sich mit den Krallen des linken Fußes den Hals auf. Wir bemerkten es leider erst, als schon alle Federn am Hals fehlten und er dort stark blutete. Um weitere Verletzungen zu verhindern, bandagierten wir die Krallen mit Pflaster. Die Pflaster waren ihm natürlich lästig, und er versuchte ständig sie loszuwerden. Aber immerhin hatten wir so erreicht, daß die selbst zugefügten Verletzungen am Hals nicht noch weiter verschlimmert wurden und nach und nach sogar verheilten.
Das Beschneiden der viel zu lang gewordenen Krallen mußte vorläufig unterbleiben, weil sie nach jedem Beschneiden stark bluteten. Weil die Krallen nicht benutzt wurden, verformten sie sich korkenzieherartig und behinderten den Vogel zusätzlich. Das wochenlange Sitzen auf den weichen Handtüchern mußte so bald wie möglich vermieden werden. Der Vogel mußte seine Krallen benutzen können und unbedingt auf Stangen oder Ästen sitzen lernen.
Einige Krallen sehen inzwischen aus wie Sägeblätter
Blacky hatte unbemerkt versucht, sich die Krallen mit seinem kräftigen Schnabel selbst zu kürzen. Als er nach langem Krankenlager vorsichtig die ersten Gehveresuche unternahm, bemerkten wir, daß der linke Daumen ausgerenkt war. Der zeigte nicht nach hinten, sondern nach vorn. Er trat sich so selbst auf den Daumen. Die Kralle wuchs folglich nach oben. Weil Blacky wochenlang auf weichen Tüchern lag, wurden die Krallen immer länger und wuchsen wie Korkenzieher. Das Beschneiden der Krallen unterließen wir, weil sie danach heftig bluteten. Als die Daumenkralle schließlich oben in den Fuß hinein wuchs, entschlossen wir uns nun doch zum Beschneiden der Nägel. Ich legte Blacky rücklings in meine linke Hand und beschnitt ihm alle Nägel mit einer Nagelschere. Ich staunte nicht schlecht, daß er diese Prozedur ruhig über sich ergehen ließ, als wüßte er, daß es ihm danach besser gehen würde.
Das total verkotete Gefieder mußte täglich mühevoll gereinigt werden. Das Federkleid litt sehr darunter. Nach und nach brachen alle langen Federn ab. Zurzeit sieht Blacky ziemlich ruppig aus. In jedem Flügel sind nur die 2 goßen Schwungfedern in voller Länge vorhanden. Und die sind inzwischen auch arg ramponiert. Alle Schwanzfedern sind abgebrochen. Obwohl blacky inzwischen fast 6 Monate bei uns in Pflege ist, kann er noch nicht fliegen. Wie denn auch, ohne Federn!?
Ende Juni hatte Blacky eine Vorliebe für Edels Puppen entwickelt.
Edel sah das gar nicht gerne, denn die Puppen fingen an zu fliegen, runter!
Leberwurst und Kartoffelchips mag die Krähe zu gerne.
Und was sie noch mag?
Auf Edels Schulter sitzen! Hier sitzt Edel mit Blacky auf dem Balkon und erklärt der Krähe die Umgebung..
Blacky hört interessiert zu, sieht man doch, oder?
Toby ist mit der Krähe auf dem Balkon alleine. Und schon ist er auf dem Tisch und beschnüffelt sie. Blacky hat keine Angst vor Toby, notfalls setzt sie ihren scharfen Schnabel ein und hat sich damit schon Respekt verschafft. Sie stänkert aber auch gerne und zupft Toby am Schwanz, der dann meistens gleich das Weite sucht, nicht ohne vorher lautstark und giftig zu knurren.
Blacky hat seit 2 Monaten einen Käfig,
den größten, den wir finden konnten. Er ist fast 2 Meter hoch und für unsere Mietwohnung eigentlich zu groß. Für eine Krähe könnte der Käfig aber noch größer sein. Der Käfig war nicht nur wegen der Ordnung in der Wohnung notwendig geworden, sondern Blacky sollte daran gwöhnt werden, auf Ästen zu sitzen, die er im Käfig hat. Sie wurden so angeordnet, daß er bequem von Ast zu Ast hoch und runter hüpfen kann. Er nimmt auch hin und wieder den kürzesten Weg von oben nach unten und läßt sich einfach senkrecht herunter fallen. Das kracht dann immer ordentlich. Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt. Das Foto entstand am 21.11.2008, als Blacky knapp ein halbes Jahr bei uns war. Von vorn betrachtet sieht der Vogel inzwischen ja ganz passabel aus, aber nicht so von der Seite. Dann sieht man die vielen abgebrochenen Federn. Solange die nicht nachgewachsen sind, wird es wohl mit dem Fliegen nichts werden. Er springt zwar todesmutig aus 1,5 Meter Höhe aus dem Käfig heraus und flattert dann zu Boden, aber umgekehrt schafft er es kaum hoch auf einen Stuhl.
Die Nebenwirkungen
Blacky braucht unbedingt Beschäftigung, Blacky braucht auch jede Menge Bewegung. Der Käfig ist zwar groß, aber die Wohnung ist viel größer. Und so steht den ganzen Tag über der Käfig meistens offen, jedenfalls wenn jemand zu Hause ist. Immer wenn Blacky sich unbeobachtet fühlt, macht er Schabernack. Anfangs lag sein Schwerpunkt wohl eher bei den Tapeten. Inzwischen reißt er die nicht mehr ab, weil alle Schadstellen mit irgendwelchen Gegenständen gesichert sind oder es nicht mehr lohnt, weil schon alles ab ist. Sein neues Spezialgebiet ist nun das Sofa. An mehreren Stellen hat er inzwischen Löcher in das Leder gehackt und freut sich diebisch, wenn er das Innenleben herauszupfen kann. Nun stehen vor den gefährdeten Stellen alle Sofakissen. Aber Krähen sind intelligent! Er greift das Kissen am unteren Ende und zieht es weg bis es flach liegt. Und nun kommt er noch besser an seine "Baustelle" heran, weil er vom Kissen aus arbeitet.
Wenn wir abends gemeinsam in die Röhre schauen und Edel plötzlich laut aufschreit, dann hat Blacky wieder einmal zugeschlagen. Strumpf kaputt und ein blauer Fleck zwischen den Zehen ist dann das Ergebnis.
Blacky Ende August 2009 im Kleingarten.
Blacky ist jetzt 15 Monate alt, mausert zurzeit und kann noch immer nicht fliegen. Hund und Vogel verstehen sich aber gut, wie man sehen kann. Jedenfalls bestimmt die Krähe, wo es lang geht. Ein Foto von Toby am Nordseestrand in Dänemarks.
Die zahme Rabenkrähe Blacky putzt sich im Kleingarten das Gefieder.
Noch ein Video, diesmal rund 10 Minuten lang, ein Vortrag auf englisch von Joshua Klein über die Intelligenz der Kähen (Joshua Klein on the intelligense of crows) Eine clevere Krähe biegt sich einen Draht zurecht, um an Futter zu gelangen. Andere Krähen lassen auf Straßenkreuzungen Nüsse von Autos zerfahren und warten geduldig die Rotphasen ab, um dann in aller Ruhe zu fressen. Sie benutzen sogar den Zebrastreifen.
Und hier ein ähnlicher Bericht über die Benutzung von bis zu 3 Werkzeugen nacheinander bei 3sat.de.
05. Januar 2010:
Diese strangulierte Krähe ist an der gleichen Drachenschnur verendet. Eine weitere Krähe lag mit gebrochenem Genick in der Nähe. Damit sind an dieser Drachenschnur mindestens 3 Krähen verendet. Eine vierte strangulierte Krähe hängt in einer Drachenschnur nur weinige 100 Meter weiter am Jenfelder Moorsee.
Im Park neben der Kleingartenanlage "Grüne Oase" an der Grunewaldstraße in Hamburg hängt seit Mitte Dezember 2009 diese Drachenschnur in den Bäumen. Sie ist nur sichtbar, weil sie mit Rauhreif besetzt ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, dann ist auch hier ein großer Vogel stranguliert.
Ihr Kinder und vor allem ihr Väter dieser Welt,
bedenkt, wo ihr Eure Drachen steigen laßt. Nicht nur der Drachen und die Schnur gehen verloren, sondern ihr tut den Tieren schwerstes Leid an.
Kleine Vögel sind eher selten betroffen. Aber die großen Vögel, wie hier die Krähen, erleiden einen jämmerlichen und qualvollen Tod.
Das ist Tierquälerei!
Der Wind treibt sein Spiel mit der strangulierten Krähe in der Birke am Graben in der Nähe der Kühnstraße.
27. Februar 2010 an der Rahlau - strangulierte Krähe, aber gerettet!
Hier ist am Jenfelder Moorsee eine Krähe im Schnee gelandet und auf dem Eis darunter ausgerutscht.
So hat sie intseresssante Flügel- und Fußabdrücke hinterlassen.
Respektlose Nebelkrähe bescheisst den ehrwürdigen Zeus im Schloßpark Sanssouci