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Trauerfliegenschnäpper`s Handaufzucht Dies ist die Geschichte vom Trauerfliegenschnäpperbrutpaar |
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Einmal abgesehen vom Vogelbüchlein hatte ich Trauerfliegenschnäpper noch nie in freier Natur gesehen. Oberflächlich betrachtet sehen sie ja fast wie
Sperlingsweibchen aus. Aber sie benehmen sich ganz anders.
Sie freundeten sich mit einem alten Nistkasten auf der Terrasse an und verteidigten ihn vehement gegen jeden anderen Vogel, der in die Nähe kam.
Das hatte ich so noch nie
beobachtet. 50 cm vor dem Kasten hing katzensicher eine ausgediente Bratpfanne als Vogelbadewanne.
Sie wird seit Jahren gern benutzt, meistens aber von Blaumeisen. Immer wenn eine Meise baden wollte, kam es sofort zum Kampf.
Die Trauerschnäpper verteidigten ihren Brutbereich. Daraus schloß ich, daß sie wohl bald brüten würden. Und so kam es dann auch. Ich schoß einige schöne Fotos, was auf der Terrasse recht gut ging. Anfang Juni bemerkte ich, daß sie zu füttern begannen. Aber am 7.6.2005 waren sie nicht mehr zu sehen. Ausgeflogen, dachte ich. Das ging aber schnell, eigentlich viel zu schnell. Na, gut, dann man gleich das Nest säubern für die nächste Brut. Ich nahm den Boden heraus und zerrte umständlich das festsitzende Nest nach unten heraus. Entsetzt zählte ich dann 6 nackte, ziemlich kalte Vogelkinder! Ich war schockiert. Das war wohl nun doch ein wenig voreilig. Ich schämte mich für soviel Dummheit. Also, das Nest wieder rein, was nur mit Mühe und ohne die Jungen gelang. Ich traue es mich gar nicht zu sagen. Aber die Jungen mußten ja wieder ins Nest. In aller Eile holte ich aus dem Keller einen kleinen Spankorb, polsterte ihn mit Styroporresten aus, legte ein Küchenpapier hinein und hängte eine 40 Watt-Lampe darüber. Das mußte reichen, denn nun zählte jede Minute. Eines der Sechs hatte es aber nicht geschafft. Es war das Kleinste und es hatte wohl die wenigsten Reserven. Nach etwa einer halben Stunde unter der wärmenden Lampe kam leichte Bewegung in das kleine nackte Fleischpaket, und ich schöpfte Hoffnung,
daß sie es vielleicht doch schaffen könnten. Aber die Frage war eher, ob ich das schaffen würde. Ich wußte ja nicht einmal, womit ich die kleinen Dinger füttern sollte. Die Bitte an Nachbarn, Verwandte und Bekannte, sie möchten mir Fliegen und Mücken bringen, ging in die Hose. Die Rettung kam aus Güterfelde. Eine Bekannte kam nicht nur aus reiner Neugierde, sondern brachte auch gleich noch eine ganze Schachtel mit Hunderten Fliegenmaden zum Angeln mit. Die hatte sie aus einer kleinen Zoohandlung für 95 Cent erstanden. Bis dahin half ich mir mit Magerquark und einem hartgekochtem Ei über die Runden, wohl wissend, daß man das nicht füttern soll. Wasser reichte ich tröpfchenweise mit Ohrenstäbchen. Als Behelfsnest mußte eine abgeschnittene Milchtüte herhalten, natürlich mit Küchentüchern ausgepolstert. Fortan hieß es, alle 30 Minuten füttern und spätestens nach 2 Stunden die Windeln wechseln, also die Küchentücher. Das ging so von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr abends, Tag für Tag. Es war ein Job, der den ganzen Kerl forderte. Inzwischen ging das seit über 2 Wochen so und ich kam kaum noch aus dem Haus. Bauanleitung für ein prima Tarnzelt |
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1) Ein Altvogel bringt Futter an den Kasten
Sie haben weder Vater noch Mutter, |
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Vor dem Abflug des Trauerschnäppers vom Nistkasten wird erst nach links und nach rechts geschaut. |
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Der kleinste der 5 Trauerschnäpper war auch der Frechste. Meistens sah er schlimm aus, ungepflegt und verkotet. Die anderen vier waren immer sauber. |
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Das hat man nun von seiner Tierliebe. So ein schöner Schlafplatz! Auf dem Navi pennt der und bekackt es auch noch!!!! Aber wie wildert man sie richtig aus????? Die ganze Arbeit soll schließlich nicht für die Katz sein. Sehr gut beraten wurde ich bei Wildvogelhilfe
Am 20.6.2005 wurde ein Velux-Dachfenster umfunktioniert und “vergittert”.Kückendraht reichte für diese Art Kücken nicht aus. Im Handumdrehen waren sie durch und suchten das Weite. Das künftige Ausflugloch wurde mit einem Plexiglasrest verschlossen, und Küchentücher sollten den gröbsten Schmutz abhalten, damit der Hausseegen nicht ganz schief hängt!?
Der kleinste Trauerschnäpper übte zuerst das Fliegen.
Diese zwei waren immer zusammen zu sehen. Sie waren eng befreundet. Sie schliefen auch gemeinsam. Anton, mein Airedale-Terrier, Und diese Nase gehört dem 26 kg schweren Airdale-TerrierDer hat die Kücken zum Fressen gern. Hier riecht er schon mal dran. Fehlt eins, sucht und findet er es. Aber man muß unbedingt dabei sein. Wenn so ein Flattermann durch die Wohnung düst, wird der Jagdinstinkt beim Hund geweckt. Nur gut, daß er nicht auch fliegen kann .
Am 22.6.2005 waren sie 15 Tage bei mir zu GastMeinen PC benutzen sie als wäre es ihr eigener. Sie scheiBen drauf, im wahrsten Sinne des Wortes. Und während ich hier diesen Text schreibe, hüpfen 2 fröhlich mit weit aufgerissenem Schnabel auf der Tastatur herum und möchten das Futter in den Schnabel gesteckt bekommen. Einige nehmen das lebende Futter schon mal vom Boden selbst auf, wenn man es vor ihnen fallen läßt. Korioserweise kann das Kleinste es schon besser als die Älteren. Wasser aus einem Näpfchen zu trinken geht inzwischen auch schon bei einigen.
25.6.2005: Ein Vollbad in einem 5 cm-Näpfchen!Selbständig trinken geht schon seit einigen Tagen und seitt 3 Tagen gibt es auch Heimchen zu fressen. Dafür lassen sie alles andere stehen. Es sind eben Insektenfresser. Eine Made spucken sie schon mal wieder aus seit sie wissen, wie gut Insekten schmecken.
Das Dachfenster von außen gesehen. Der kleine gelbe Punkt rechts unten am Fenster ist der Neuling - die Blaumeise.
26.6.2005: Was ist denn das für ein Grießgram?Vermutlich eine Blaumeise. Der Hund, der inzwischen mit kleinen Vögeln doch besser umgehen konnte, als ich glaubte, fand sie vom Gewitterregen völlig durchnäßt auf einem Waldweg im Wildpark. Ich nahm sie mit, weil weder Nest noch Altvögel zu hören und zu sehen war. Nun ist sie trocken, hat zwei Maden gekriegt und schreit nach Mama. Noch ein Waisenkind! Die Hausfrau weiß das noch gar nicht. Ihr habe ich gesagt, daß einer der Vögel nicht auf dem Posten zu sein scheint. Er klingt ganz anders (heiser) und ist schon ganz gelb!? Er ist ja auch ein ganz anderer!!! Eine Blaumeise!
Am 27.06.2005nur einen Tag später, hatte die Blaumeise schon alles wieder vergessen und saß neuerlich patschnaß in der Wanne. Das ist doch Trinkwasser und kein Badewasser! 27.06.2005, 8:00 Uhr: Heute soll “ausgewildert” werden (erster Versuch)Kaum habe ich das kleine Plexiglasfenster herausgenommen, und schon ist der erste hindurch und weg. Er haut ab, wie von der Tarantel gestochen und wurde nicht wieder gesehen. Nicht einmal danke hat er gesagt. Es schien so, als sei er auf der Flucht. Dann passierte eine Stunde lang gar nichts. Niemand interessierte sich für den nunmehr freien Ausflug. Dann kommt der nächste. Vorsichtig geht er auf dem schmalen Ausflugbrettchen nach draußen. Er schaut sich in aller Ruhe ungläubig um. Dann fliegt er los. Aber keine 5 m weit, und landet gleich auf dem Dach neben dem Fenster, inspiziert die Dachrinne und pickt an den Dachpfannen herum. Nach vielleicht 20 Minuten fliegt er weiter zu der 5 m entfernt stehende Kiefer. Und dann ist er plötzlich weg. 2 Stunden später wird er noch einmal kurzzeitig auf dem Dach gesehen. Die anderen wollten nicht und so schloß ich den Ausflug wieder. Sonst türmt noch die kleine Meise versehentlich. Die ist schließlich noch keine 24 Stunden hier und noch gar nicht reif, in die Natur entlassen zu werden. Der Rest: 2 Trauerschnäpper und die kleine Blaumeise.Die Blaumeise kann zwar schon fliegen (kleine Sturzflüge!), aber mit sooo einer Gusche laß ich die doch nicht raus! 28.6.2005: 5:30 UhrDie kleine Blaumeise macht ordentlich Krach. Ich gehe hin, um sie füttern und lege mich danach noch mal kurz hin. Gegen 7 Uhr fragt meine Frau aufgeregt, was mit der kleinen Meise los sei? Sie lag umgefallen auf dem Boden an der Wand. Sie hat es nicht geschafft! Ein Flugunfall gegen die Zimmerwand beendete ihr Leben vorschnell.
Die zwei letzten Trauerschnäpper sollen heute ihre Freiheit bekommen, nachdem es den anderen offensichtlich gut geht.
Einer ließ sich gegen Abend beim Trinken aus der Badewanne im Garten noch mehrfach fotografieren.
Dieser kleine Trauerschnäpper mußte zum Abflug erst geweckt werden, sonst hätte er es wohl tatsächlich noch verschlafen. Er sitzt auf seinem angestammten Schlafplatz auf einer alten hölzernen Leiter, die als Dekoration an der Zimmerdecke angebracht ist. |
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Sie haben noch nicht genug von all den Schnäppern? Hier sind noch mehr Trauerschnäpper!
Und hier sind 60 Bilder in einer Fotoschau bei Medion.
Die Bilder sind freigeschaltet
und wer möchte,
kann sich Abzüge (9 x 13) fertigen lassen.
Bei Fotocommunity.de gab es am 05.12.2005 zu dem Bild Trauerschnäpper am Nistkasten diese Kritik eines “Schulmeisters”, angeblich aus dem Burgenland in Österreich, leider völlig aus dem Zusammenhang gerissen und auch sinnentstellend:
| Roman M: Fühlten sich die Trauerschnäpper nicht doch von deiner, übrigens verbotenen, Nestfotografie gestört und verliesen deshalb Nest und Jungvögel?? An diese Möglichkeit hast du bis jetzt nicht gedacht soviel ich auf deiner Seite sehen kann. Und auch das Einsammeln von gerade flüggen Meisenkindern ist eher verwerflich denn eine Heldentat :-( Gruß, Roman |
Nun muß ich gelegentlich wohl doch ein Gästebuch nachrüsten, damit bei solchen Kritiken wenigstens der Zusammenhang gewahrt bleibt.
Der gute Mann ist inzwischen in der FC gesperrt worden und agiert nun vermutlich unter dem Decknamen Rene.
06.06.2006:
Bei den Schwänen geht das Beringen wohl einfacher, oder etwa doch nicht? Die Vorschaubilder können durch Anklicken vergrößert werden. |